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Nachtimpressionen vom 7. Herzberger Teleskoptreffen

Den Besuchern des 7. HTT werden die wunderschönen, klaren Nächte wohl für immer in Erinnerung bleiben.
Das Hochdruckgebiet "Klaus" sorgte an allen 3 Tagen nicht nur für komplett wolkenfreien Himmel, sondern hatte auch einen leichten Südostwind im Gepäck. Trockene und warme Festlandsluft fegte den Himmel blank und ließ Morgennebel und Mücken keine Chance. :-)

Viele Gäste haben die nächtliche Stimmung fotografisch festgehalten und uns ihre Bilder geschickt - besten Dank dafür. Mit der modernen, digitalen Bildbearbeitungstechnik sind heutzutage nicht nur hervorragende Astrofotos, sondern auch einzigartige Nachtbilder möglich.
Schaut sie euch an, liebe Sternfreunde - und geniesst noch einmal die nächtliche Romantik unserer Sternparty.


Die Dobson-Parade im ostwestfälischen HTT-Camp - auch dieses Foto ist von Martin Gembec.

Beim Anblick des Himmels wollte manch Newcomer seinen Augen kaum trauen:
6,8 - 7 mag, so die übereinstimmenden Schätzungen der Freaks - eine glanzvolle Michstraße überspannte das gesamte Firmament.
Im Umkreis von 50 km gibt es keine Stadt mit mehr als 18.000 Einwohnern, keine Industriegebiete, keine Skybeamer - hier macht Astronomie noch so richtig Spaß!

"Einen solchen Himmel habe ich bislang nur in den Alpen gesehen!"...
"Die schönste Nacht seit mindestens 20 Jahren!"... "Bei den vielen Sternen am Himmel hat man fast Mühe, sich zu orientieren..." - einige erstmalige Besucher des HTT aus Niedersachsen und NRW kamen regelrecht ins Schwärmen...
Und das ist sie: die Milchstraße - nicht auf der frostigen Edelweißspitze - sondern über dem angenehm spätsommerlich temperierten südbrandenburgischem Kiefernwald ;-) :


Das Sommerdreieck Wega-Deneb-Atair ertrinkt schon nach einer reichlichen Minute Belichtungszeit im Sternenmeer der Milchstraße - man beachte die scharf begrenzten Baumkronen rechts unten!     (kurze Strichspuren wurden mit Fitswork zurückgerechnet)
Am oberen Bildrand gut zu sehen Nordamerika- und Pelikannebel.
Interessant sind verschiedene Farbnuancen sowie die vielen kleinen Dunkelwolkenfetzen, z.T. auch in gewisser Entfernung zum zentralen Staubband am galaktischen Äquator!  -  Aufnahme ohne Filter und ohne Nachführung vom HTT-Stammgast Ronny Harzer.

"...Nach Mitternacht präsentierte sich die Milchstraße reich strukturiert bis nahe zum Horizont. Zahlreiche Dunkelwolken hoben sich plastisch vor dem hellen Band unserer Heimatgalaxie ab.

Südbrandenburg ist wirklich berühmt für seinen dunklen Sternhimmel. Die Sichtung der Dreiecksgalaxie M33 mit bloßem Auge gelang, sie war direkt sichtbar. Ein Beweis, dass die Grenzgröße besser als 6,8 mag war, was viele Sternfreunde bestätigen konnten..."

Andreas Schnabel (Bericht für die NAA-Astroliste)


Eine wunderschöne Strichspuraufname des 2006er HTT-Himmels von Martin Gembec. - Eindrucksvoll hier die Sternfarben wie auch die Tatsache, dass die Hmmelshintergrundhelligkeit vom Polarstern bis zu den Baumkronen des Uebigauer Kiefernwaldes vollkommen gleich bleibt - auch ein Indiz für die Qualität des Beobachtungsstandorts.

"...Um 2:00 h packte ich die Ausrüstung ins Zelt und wanderte Richtung 42“-Dobson.
Die Schlange dort war inzwischen erfreulich kurz, so daß schnell die Objekte wechselten und jeder auch flott auf die Leiter kam. Um 3:00 h schliefen offenbar die meisten Sternfreunde.
Erhard, Ralf, Stefan und ich waren somit nahezu die letzten Beobachter am Riesendobson, nur noch gelegentlich schauten weitere Interessierte vorbei. Irgendwann holte ich noch eine Flasche Rotwein aus dem Zelt, und wir versüßten uns die Nacht bei dem einen oder anderen edlen Tropfen.

Leute, ich muß Euch sagen: Ein Blick durch den Riesendobson sollte jeder unbedingt einmal machen. Allerdings besteht die Gefahr, vom „Riesenwahn“ befallen zu werden.
Der Cirrusnebel zerfällt in zahlreiche feinste Filamente, die scheinbar ineinander verwunden sind. Ein Anblick, der mehr Details als richtig gute Astrofotografien ermöglicht. An der Andromedagalaxie begeisterte mich, wie weit die dunklen Staubbänder in den dunklen Himmelshintergrund reichen, die beiden Begleitgalaxien knallig hell!
NGC 891 - unter Heimatbedingungen bei sehr guten Nächten im 12“-Dobson gerade auffindbar - zeigte das Staubband mit Verdickungen.
Der Crabnebel M1 hatte deutlich sichtbare Strukturen.
Interessant fand ich die unterschiedliche Sichtbarkeit der Strukturen je nach eingestelltem Nebelfilter.

Am beeindruckendsten empfand ich aber den Orionnebel – in Farbe!
Die fein strukturierte Zentralregion in einem grün-bläulichen Farbton, die beiden davon weggehenden Schwingen in einem eindeutigen rot-braunem Tonfall. Einfach nur toll!
Den Abschluß bildete Saturn in der bereits fortgeschrittenen Morgendämmerung..."

Stefan Ueberschaer

Blick zum 42"-Riesendob mit dem dahinter gerade aufgehenden Orion -Foto: Ronny Harzer.
Die Sterne reichen hinab bis fast zum Horizont... Man beachte: die Hyadenregion hat gerade mal 15° Horizonthöhe erreicht, trotzdem zeichnen sich die Sternfelder der Wintermilchstraße deutlich vor der vor der Silhouette des großen Dobsonteleskops ab! Eindrucksvoll auch die in den Sternwolken eingelagerten Dunkelwolken.

Nachfolgend ein vergrößerter und etwas anders bearbeiteter Ausschnitt aus dem oberen Bild.
Einfach aus dem Stand - also ohne Nachführung - lassen sich mit der Canon 30D bereits eine Fülle galaktischer Objekte aufnehmen: der Crabnebel sowie 2 kleine offene Sternhaufen östlich der Hyaden sind nur 2 Beispiele - die Gesamtaufnahme zeigt in den angrenzenden Gemini- und Auriga-Regionen weitere Milchstraßenobjekte:


Wenn der junge Sternfreund sich hier auf dem Bild erkennt, kann er sich gern mal melden.
Wir schicken ihm bei Interesse die Aufnahme in voller Auflösung als persönliches Erinnerungsfoto vom 7. HTT : auf der 5-Meter-Leiter stehend - überspannt von Krebsnebel & Co...


Ein Blick in die obstruktionsfreie Abteilung des 7. HTT: am 9" TMB-Apochromat von Michael Koch und dem daneben stehenden 8" Schiefspiegler von Dr. Heino Wolter herrschte bereits in der späten Abenddämmerung rotlichtgesteuerte Betriebsamkeit. Zwei tolle Instrumente, die natürlich vor allem bei Mond- und Planetenbeobachtungen ihre Stärken haben - Leider war am HTT-Himmel 2006 die Planetengarde nur durch Uranus und Neptun vertreten.


Man beachte hier im Bild, dass bei genauem Hinschauen der Beobachter hier barfuß in Sandalen (!) auf der Leiter steht:  der warme, trockene Südostwind sorgte nicht nur für einen herrlich klaren Nachthimmel, sondern auch für T-Shirt-Temperaturen bis weit nach Mitternacht...  Das Wartekollektiv an Erhards Himmelskanone wurde erst nach 02:00 Uhr allmählig kleiner... ;-)


Martin Gembec bei der Beobachtung von M 31.

"...Das HTT kann mit einem besonders dunklen Himmel aufwarten. Ich schätze die Grenzgröße zu 6,8 mag, mit einer leichten Verbesserung im Laufe der Nacht. *)
M 33 war mit dem freien Auge zu sehen, der nördliche Kohlensack war ein Loch in der Milchstraße und nicht nur eine Einbuchtung. Ich persönlich habe noch nie auf einen deutschen Teleskoptreffen einen derartig guten Himmel erlebt."

Uwe Pilz

*) Um 23:00 Uhr erlöschen in den kleinen Dörfern im Süden alle Straßenlampen.
Und zum 8. HTT werden wir auch im Norden das kleine Landstädtchen Uebigau noch etwas dunkler machen. Nicht durch eine Nachtübung des Schützenvereins ;-), sondern ganz offiziell in Absprache mit dem Bürgermeister.     Dann haben wir hier wirklich Bedingungen, die denen in den Alpen nicht viel nachstehen. - Nur mit anstrengenden Serpentinenauffahrten, deftigen Nachtfrösten und pünktlich zum Sonnenuntergang aufziehendem Bergnebel können wir auch künftig nicht dienen... ;-):-)



Dietrich Strauch zeigte seinen ZEISS-Telementor mit rot-blinkend gekennzeichneten Stativfüßen (eine speziell für Teleskoptreffen sehr interessante Idee) und stellte auch in diesem Jahr wieder seine Lautsprechertechnik für den 'Lagerfunk' zur Verfügung. Insgesamt leistet Dietrich alljährlich einen großartigen persönlichen Beitrag zum guten Gelingen des HTT.


Und hier sehen wir die astrofotografische Abteilung des 7. HTT:
dem Astronomicum-Team: Holger Saßning, Thomas Waltinger und Volker Mehlich gelang eine ganze Reihe wirklich beeindruckender Aufnahmen, z.B. diese hier nachfolgende von Pferdekopf- und Flammennebel:


Der markante Dunkelnebel B 33 (Pferdekopfnebel) vor der großen roten Wasserstoffwolke IC 434 sowie links unten der Flammen- nebel NGC 2024 - von Holger Saßning auf dem HTT 2006 aufgenommen. Holger ist ein engagierter Sternfreund und Astrofotograf aus Berlin. - Weitere hervorragende Astrofotos unserer Besucher findet man in der Astrofoto-Galerie des 7. HTT.


Im H-alpha-Biergarten gab es bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen und dunkeladaptionserhaltender Beleuchtung bis 01:00 Uhr frisches Fassbier und z.T. von Petra und Roger selbstgemachte Grillspezialitäten:


"...Anschließend besuchten wir die Rotlichtbar, wo wir uns von den Strapazen der anstrengenden Fahrt erholten. Leckeres Grillgut, selbstgemachter Kartoffelsalat und Getränke zu günstigen Preisen, alles in einem augenfreundlichen Rot beleuchtet, und die aufgestellten Biertische und –bänke luden zum Verweilen ein. Aber wir waren ja nicht nur zum Essen und Trinken hier (obwohl...) und zogen nach dem Abendimbiß über den Beobachtungsplatz, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.
Angesichts der Dunkelheit war es nicht einfach, sich auf dem für uns noch neuen Platz zurecht zu finden. Nach einer ersten Runde gingen wir zu den Zelten zurück und bauten die eigenen Fernrohre auf..."

Stefan Ueberschaer

Und hier nun das Siebengestirn - oben neben dem belagerten Riesendobson (Foto: Martin Gembec) ...

... und im nachfolgenden Bild über dem - bis nach Mitternacht besetzten - Einlass- und Infopoint des HTT (Foto: Stephan Sadowski):



In den frühen Morgenstunden gewinnt der Himmelsjäger endlich an Höhe über dem Südosthorizont - sehnsüchtig von den Belagerern des großen Dobson erwartet, die den Orionnebel in Farbe sehen und den Pferdekopf wiehern hören wollten... :-)
Dieses Foto stammt von der Berliner funkymama Verena Tießen und widerspiegelt sehr schön den nächtlichen Eindruck im nördlichen Teil der HTT-Wiese.

"...Und der Himmel einfach genial.
Bisher bin ich immer davon ausgegangen an meinem Beobachtungsort ganz passable Bedingungen zu haben, als ich gestern nach oben schaute war die Ernüchterung im direkten Vergleich groß ;-))
So hell hatte ich die Milchstraße schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen! Meine besten Erlebnisse mit meinem eigenen 4" waren die Beobachtung von M31 (paßte trotz Weitwinkel nicht in das Gesichtsfeld!!!) sowie Cirrus Nebel (beide Teile) mit Strukturen sowie der Nordamerika-Nebel, den ich an diesem Abend überhaubt das erste mal beobachten konnte. Tja und der mächtige TMB mit 9" war schon bemerkenswert aber nix gegen den riesen Dob! Das erste mal habe ich Strukturen in einer Galaxie gesehen! Es war echt ein Erlebnis!..."

Holger Dahlmann

Das große Dobson vor der Wintermilchstraße im Einhorn, rechts daneben die markante Sternfigur des Orion - Foto: Ronny Harzer.
Dieses wunderschöne Motiv findet auch als Titelfoto vom Online-Angebot des HTT-Skyguide Verwendung.

"... über uns zieht jemand nicht vorhandene Vorhänge weg - die Milchstraße habe ich SO bisher nur einmal in den Alpen gesehen. Mag 7 und besser. ..."

Arno Becker

Der Himmelsjäger im Visier der 42"-Kanone ;-) - Foto: Martin Gembec. Bei genauem Hinsehen sind rechts neben dem Orion in der Wintermilchsstraße einige Dunkelstrukturen erkennbar.

"...In Erhards Dobson wurden auch mir ein paar gigantisch neue Eindrücke vermittelt.
Mich persönlich hat der Cirrusnebel in diesem Gerät wahnsinnig beeindruckt. Eine solche detailreiche Ansicht hätte ich mir bisher niemals vorstellen können und dieses Bild hat sich in meine Netzhaut förmlich eingebrannt.

Beim Orionnebel hat man ja fast schon einen Sunblocker gebraucht, denn der war einfach riesig hell...
Aber ein Schmankerl vor dem Morgengrauen war der allseits bekannte und nur schwer zu sehende Pferdenüschel. Der wieherte ja förmlich jedem Betrachter im Meterspiegel entgegen und es schien so, als will er eine schöne Gabel voller Heu haben, wenn er schon so bespäht wird..."

Stefan Schwager

Allen, die bis zum Morgengrauen durchhielten, wurden von der Himmelsgöttin noch mit einem ganz besonderen Leckerbissen belohnt. Regulus, Saturn und der Offene Sternhaufen M 44 präsentierten sich inmitten eines prächtigen Zodiakallichts - der krönende Abschluß zweier fantastischer Beobachtungsnächte:


"...Vor Sonnenaufgang konnte man für eine ganze Weile das Zodiakallicht erkennen, für mich war es die erste Beobachtung dieses Phänomens innerhalb von Deutschland..."

Martin Fiedler

Hier ist deutlich zu sehen, dass die Morgendämmerung noch gar nicht richtig begonnen hat, sich aber genau der Ekliptik entlang ein Lichtkegel in den dunklen Nachthimmel hineinbohrt - bis hinauf zu den Zwillingen - am oberen Bildrand erkennt man Castor und Pollux! - Die Verlauf der Ekliptik ist im Bild durch Regulus, Saturn und M 44 gut nachzuvollziehen.
           Das obere Zodiakallichtbild schickte uns die junge Berliner Sternfreundin Verena Tießen, die Aufnahme darunter stammt von Martin Gembec - ein versierter tschechischer Hobbyastronom, der viele derauf dieser Seite gezeigten nächtlichen Stimmungsbilder aufgenommen hat.

Wir bedanken uns herzlich für die Zusendung dieser tollen Impressionen von der nächtlichen HTT-Wiese bei:

Martin Gembec, hier geht es zu seiner Website: http://udalosti.astronomy.cz
Ronny Harzer
Verena Tießen www.funkymama.de
Stefan Ueberschaer www.astrofoto.net
Holger Saßning www.astropictures.de
Stephan Sadowski

Wie oben bereits erwähnt, sind auf dem Treffen wunderschöne Deep sky-Bilder sowie eine Kometenaufnahme entstanden.
Hier könnt ihr weiterklicken:
Die schönsten Astrobilder des HTT 2006

Und was tagsüber bei uns los war, seht ihr in der Bildergalerie-Übersicht   des 7. Herzberger Teleskoptreffens - sowie in den nachfolgend verlinkten, thematisch geordneten Fotostrecken:

Abends auf dem HTT
Die schlafende Zeltstadt am Morgen
Die Jugend auf dem 7. HTT
Das bunte Treiben auf der Teleskop-Wiese
Interessante Fernrohre auf dem HTT
Meinungen unserer Besucher                        Übersichtsseite 7.HTT                      Rückblick alle HTTs

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