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8. Juni 2004 - Venustransit
Nach dem astronomisch ereignisreichen Jahr 2003 (Marsopposition, Merkurtransit, 3 Finsternisse) bot der Himmelskalender auch 2004 wieder ein Highlight der Extraklasse an. In den Vormittagsstunden des 8. Juni flirtete Helios mit der Liebesgöttin und die ganze Welt sah zu. Auch wir – also Dr. Erhard Hänßgen, Edgar Vetter, Matthias Juchert, Martin Schoenball, Martin Dietrich, Ralf Hofner – wollten uns natürlich diesen besonderen kosmischen Akt ;-) nicht entgehen lassen.
Venustransit © Ralf Hofner
Die schwarze Venus vor der Sonne  - Intes 6" Maksutov-Newton, Sony DCR-TRV30E,  © Ralf Hofner.
Beobachtungsort:  Plessa (Südbrandenburg).
Mit dem Camcorder gelangen bei gutem Seeing (trotz relativ langer Belichtungszeit der Einzelframes von 1/25 sec) einige sehr hochauflösende Aufnahmen.  Vor der Sonne ist dabei der Rand des Planeten vollkommen scharf und nicht etwa atmosphären- bedingt leicht diffus.  Der Übergangsbereich von dichter Wolkenchicht zur Hochatmoshäre der Venus ist also nicht sehr groß.
Jedoch zeigt die Venuskugel eine zarte, gleichmäßig rötliche Umrandung - hier sieht man ihre höchste Atmosphärenschicht, die den blauen Teil des Sonnenspektrums (zumindest teilweise) absorbiert, die energiereichen roten Strahlen aber besser passieren lässt - eine Beobachtung, die u.a. auch vom Baader-Team beim Transit 2012 in der Zeitschrift STERNE und WELTRAUM publiziert wurde.

Tage wie der Venustransit lassen auch Rückschlüsse auf die Seeing-Eigenschaften von Standorten und Regionen zu - denn bei solch bsonderen Himmelsereignissen sind weltweit unzählige Sternfreunde aktiv - und überall entstehen Bilder...   Wer mag, kann im Web mal versuchen, (mittel)europäische Venustransitaufnahmen zu finden, welche bei gleicher Großwetterlage eine höhere Auflösung zeigen als diese hier - made in the HTT-Land...
Venustransit 2004. © Ralf Hofner
Venustransit 2004. © Ralf Hofner
Der Lomonosov-Ring.  Der russische Chemiker, Physiker und Astronom Michail Lomonosov beobachtete 1761 erstmals den später nach ihm benannten Lichtring beim Ein- und Austritt der Venus.  Es sind quasi leuchtende Nachtwolken in der hohen Venusatmosphäre. Die Intensität dieses Rings ist nicht an allen Stellen gleich, was 2004 auch visuell eindeutig zu erkennen war.
Ein analoges Bild nahm übrigens an diesem Tage auch die Forschungsastronomie auf, man vergl. dazu bitte   dieses Foto vom Pic du Midi, der berühmten französischen Sternwarte in den Bergen der Pyrenäen.

Die hier gezeigten Aufnahmen sind jeweils Mittelbilder von Videosequenzen - durch das Setzen des Giotto-Passmusters auf den (sich bewegenden) Planeten ist die Venus etwas schärfer definiert als die Sonnenoberfläche    © Ralf Hofner.

Der nächste Venustransit 2012 wird optimal z.B. in Teilen Asiens, Australiens, Ozeaniens und nördlich des Polarkreises beobacht- bar sein: diese hier - nur mit 4" bis 6" Öffnung gewonnenen - Fotos zeigen, dass man für Expedionen in die Ferne nicht unbe- dngt große Instrumente mitnehmen muss.  Kleine, aber hochwertige Optiken erfüllen den Zweck vollkommen - und sie passen in jedes Fluggepäck.
Venustransit in H-alpha © Matthias Juchert
Der Venustransit in H-alpha  - aufgenommen von Matthias Juchert an Erhards 140mm Coronado-Teleskop.
Matthias hat auf seiner Website einen interessanten Bericht über unsere gemeinsamen Beobachtungen an diesem wunderschönen Vormittag geschrieben, ›› HIER  kann man weiterlesen.
Unzählige Sternfreunde auf der ganzen Welt standen ja an diesem Tag am Fernrohr - aus den Süden erhielten wir z. B. von prominenter Stelle nachfolgende Fotoserie zugesandt - mit der Bitte der Veröffentlichung auch auf unserer Seite:
Venustransit in Dresden © Heiko Ulbricht
Am befreundeten ›› Lohrmann-Observatorium  der TU Dresden wurde am 8. Juni 2004 eine große öffentliche Beobachtung organisiert, wo u.a. diese Bilderserie am historischen 30cm-Refraktor entstand.
Weitere Ergebnisse und Impressionen dieses gut besuchten Events findet man ›› hier.
Alle Rechte bei den Bildautoren.
Venustransit 2004 - Beobachtungscamp.
Frühstück im Beobachtungscamp. - Ein herzliches Dankeschön an Erhard und seine Familie für die vorzügliche Gastfreundfschaft.


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